Jülicher Schlosskonzerte©

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[2. September 2018]

 


 

22. April 2018

 

Busch-Trio

das Konzert wurde aufgezeichnet und am 17. Mai 2018 gesendet im Rahmen der

Kammerkonzerte in NRW 

 

 

 

Omri Epstein, Klavier

Ori Epstein, Violoncello

Mathieu van Bellen, Violine

 

Seit seiner Gründung 2012 hat sich das Busch-Trio zum führenden Klaviertrio seiner Generation entwickelt. Es war bereits bei zahlreichen Festivals und auch international zu hören. Das Debut in der Wigmore Hall (London) wurde von der Presse hoch gelobt und als „ein unvergesslicher Auftritt“ bezeichnet.

Als eigenständige Solisten haben Omri Epstein, Mathieu van Bellen und Ori Epstein begonnen und zahlreiche Preise bei Musik-Wettbewerben gewonnen.

Zum Trio zusammengeführt wurden sie durch ihre gemeinsame Leidenschaft für die Kammermusik und - inspiriert durch Mathieu van Bellens Instrument - die Violine „ex-Adolf Busch” von J. B. Guadagnini (Turin, 1783) - hat es sich seinen Namen nach dem legendären Geiger Adolf Busch gegeben.

Seither erntet das Ensemble Anerkennung für seine „unbeschreibliche Ausdruckskraft”. Seine erste CD hat es gerade mit Klaviertrios von Antonín Dvorák aufgenommen.

In der Schlosskapelle Jülich wird es je ein Klaviertrio von Schubert und Dvorák interpretieren..

 

 


 

Das Programm

 

Franz Schubert

 (1797-1828)

 

Klaviertrio Es-Dur op. 100 D 929

Allegro - Andante con moto - Scherzando: Allegro moderato -

Allegro moderato

 

―  PAUSE 

 

 Antonín Dvorák

(1841-1904)

 

Klaviertrio Nr. 3 f-Moll op. 65

 Allegro ma non troppo - Allegro grazioso - Poco adagio -

Allegro con brio

 


Zum Programm

 

A. Dvorák: Trio f-Moll  op. 65

Die Komposition des f-Moll-Trios nahm Dvorak länger als zwei Monate in Anspruch und zeigt eine Wende in seiner Stil-Entwicklung. Er wandte sich hier von seiner sogenannten “slawischen Phase” ab und dem großen Vorbild Brahms zu. Die Entwicklung der Themen aus kleinsten Motivbausteinen, die großen dramatischen Steigerungen und der düstere Ton erinnern an Brahms f-Moll-Klavierquintett oder an die Klavierquartette. Daneben gibt es immer noch deutliche Anklänge an die tschechische Folklore.

Der erste Satz beginnt mit dem melancholisch-zarten Hauptthema der beiden Streichinstrumente, das vom Klavier mit einem Forte-Ausbruch beantwortet wird. Im Fortissimo folgt ein zweites Hauptthema, das von schroffen Akkorden und einer Achtelfigur bestimmt wird. Die Motive dieser beiden Moll-Themen durchziehen den gesamten düster und dramatisch wirkenden Satz.

Auch das Scherzo verharrt in Moll. Über zart bebenden Streicherakkorden stimmt das Klavier in Oktaven ein slawisches, bäuerlich anmutendes Thema an. Die Streicher greifen den skurrilen Tanz auf, begleitet von gespenstischen Trillern des Klaviers. Das Trio in Des-Dur wirkt zwar sonniger und vornehmer, doch auch über dieses heitere Stimmungsbild ziehen dunkle Moll-Schatten.

Im melodischen Adagio hören wir zuerst einen wehmütigen, anfangs stockenden Klagegesang des Cellos, den die Violine aufgreift, sodann eine Volksmelodie der beiden Streicher, die das Klavier variierend übernimmt, schließlich einen pathetischen Marsch der drei Instrumente. Im zweiten Teil werden die Themen klanglich opulent gesteigert und münden in einen versöhnlichen Schluss.

Das Finale trägt tänzerische Züge. Allerdings bleibt der düstere Moll-Ton zunächst bestimmend. Erst allmählich und in langer Steigerung wird der Durchbruch nach Dur erreicht.


 

F. Schubert: Trio Es-Dur op. 100

Das Es-Dur-Trio entstand im November 1827, fast gleichzeitig mit der „Winterreise“.
Im Vergleich zu seinem Schwesterwerk in B-Dur, D 898, fand Robert Schumann das Es-Dur-Trio “mehr handelnd, männlich, dramatisch.” Sein erster Satz, Allegro, hat ein für Schubert ungewöhnlich knappes und energisches Hauptthema. Ihm tritt ein schattenhaftes Seitenthema entgegen. Schumann hörte aus den beiden Themen “tiefen Zorn und wiederum überschwängliche Sehnsucht” heraus. Letztere prägt vor allem die Durchführung, die auf dem dritten, gesanglichen Thema des Satzes aufbaut.

Den zweiten Satz, Andante con moto, beschrieb Schumann als einen “Seufzer, der sich bis zur Herzensangst steigern möchte.” Der Seufzer liegt im melancholischen Moll-Thema, das zu Beginn vom Cello über unerbittlichen Staccato-Akkorden des Klaviers vorgetragen wird. Dem Thema, das das Klavier aufgreift, tritt ein zweites, zunächst freundlicheres in Dur gegenüber. Dessen sanfte Oktavsprünge steigern sich immer kraftvoller, bis das Hauptthema wieder einsetzt. Über bebenden Klavierakkorden wird letzteres “bis zur Herzensangst gesteigert”, um schließlich resignierend zu enden.

Das Scherzando, ein Kanon zwischen Streichern und Klavier, wirkt danach fast spielerisch gelöst.

Mit 750 Takten besonders weiträumig hat Schubert das Finale, Allegro moderato, angelegt. Seine beiden Themen kontrastieren in Tonart, Charakter und sogar in der Taktart. Das erste klingt tänzerisch in Dur im Sechsachteltakt, das zweite, eine unruhig flackernde Tremolo-Melodie in Moll, im duolischen Metrum. Der Widerstreit der Themen und der ständige Wechsel zwischen Zweier- und Dreiermetrum sowie die verblüffende Verarbeitung aller 24 Tonarten verleihen dem Satz einen Schwung, der über die “himmlischen Längen” spielend hinweg trägt.

 

Die Musiker bedankten sich bei ihrem begeisterten Publikum mit zwei Sätzen aus Dvoraks "Dumky-Trio" dem "Dumka 5" und danach dem "Dumka 2".

(Info von der Pianistin Tomoko Yoneyama, die dankenswerterweise die Noten gewendet hat)

 

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Stand: 18. Mai 2018.