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2. September 2018

 

Klavierabend

"Soirées de Vienne"

mit William Youn

 

William Youn

 

Als einen „echten Poeten“ mit „bravouröser Anschlagstechnik“ lobt die Presse den 1982 geborenen Pianisten William Youn. Seine Ausbildung begann der Kosmopolit Youn in Korea. In frühester Jugend zog er nach Amerika, wechselte später erneut den Kontinent und ging an die Musikhochschule Hannover sowie als Stipendiat an die Piano Academy Lake Como, wo er mit Künstlerpersönlichkeiten wie Karl-Heinz Kämmerling, Dmitri Bashkirov, Andreas Staier, William Grant Naboré oder Menahem Pressler regelmäßig arbeitete.

Seit vielen Jahren lebt der Pianist nun in seiner Wahlheimat München. Er konzertiert international von Berlin über Seoul bis New York mit Orchestern wie dem Cleveland Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Münchner Kammerorchester, dem Belgischen Nationalorchester, dem Mariinsky Theatre oder dem Seoul Philharmonic Orchestra.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Youn besonders mit Nils Mönkemeyer (gemeinsame CDs bei Sony Classical, 2015 mit Brahms, 2016 mit Mozart), aber auch mit Sabine Meyer, Julian Steckel, Veronika Eberle, Johannes Moser und dem Signum Quartett. Vermehrt tritt Youn auch am Hammerflügel auf (wie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern oder dem Mozartfest Würzburg).

Nach CD-Veröffentlichungen für Sony Korea und ARS Produktion startete William Youn 2013 eine CD-Reihe mit Mozarts Klavierwerken bei Oehms Classics. Nach den ersten vier mit Preisen ausgezeichneten und in der Presse gelobten Alben erscheint dort nun Vol 5. Der Zyklus ist damit abgerundet.

 


 

Das Programm

 

Wolfgang Amadeus Mozart

(1756 - 1791)

Klaviersonate Nr. 10 in C-Dur, KV 330 (1783)

Allegro moderato

Andante cantabile

Allegretto

 

und

 

Klaviersonate Nr. 13 in B-Dur, KV 333 (1783)

Allegro

Andante cantabile

Allegretto grazioso

 

- Pause -

 

Robert Schumann

(1810 - 1856)

 

Humoreske Op. 20 in B-Dur (1839)

 

 

 

Franz Liszt

(1811 - 1886)

 

Soirées de Vienne S. 427/6

 

 


Zum Programm

 

Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate C-Dur KV 330 stammt aus Mozarts Pariser Zeit, ein Lebensabschnitt voller Erschütterungen. In Paris trauert er um seine Mutter, die unerwartet stirbt, und um seine - nicht erwiderte - Liebe zu der Sängerin Aloysia Weber. Mit dem heiteren, verspielten Werk scheint er ein Gegengewicht zu seiner Stimmung geschaffen zu haben.

Ganz anders die B-Dur-Sonate KV 333, die in geistiger und technischer Hinsicht zu Mozarts anspruchsvollsten Klaviersonaten zählt. In ihr wird die strenge, weit gespannte Form mit heiterem Ernst, musikalischer Substanz und instrumentaler Brillanz erfüllt. In den Haupt-Themen sind verwandte Klänge zu den Sonaten des von ihm sehr verehrten Johann Christian Bach erkennbar, dem er in Paris wieder begegnet war. Doch geht Mozarts Komposition weit über den galanten Bach und seine Zeit hinaus.

 

Robert Schumanns Humoreske op. 20 ist eng verwandt mit dem fantastischen Zyklus der Kreisleriana. In einem Brief an Ernst Adolf Becker bezeichnete der Komponist das Werk als „wenig lustig und vielleicht mein Melancholischstes“ - darin zeigt sich die Nähe zu Jean Pauls Ästhetik des Humors, der zufolge das Lachen stets mit Schmerz und Melancholie verbunden ist.  Die disparate, zwischen Lyrik und Dramatik changierende Form ist in ihrer Kombinatorik ebenfalls Ausdruck einer „humoristischen Totalität“ (Jean Paul): „einzelne im Charakter scharf profilierte Stücke“ werden „mittels einer übergreifenden tonalmotivischen Konzeption“ und „durch verdeckte Bezüge zu einer Einheit zusammengefügt" (Arnfried Edler). Schumann zufolge wirkt das Werk - wie oft bei seinen Kompositionen - zunächst sperrig, bis es sich erst nach einiger Zeit dem Hörer erschließt.

 

Franz Liszt war in den Salons des Virtuosenzeitalters der unangefochtene Star auf dem Piano. Neben eigenen Werken und dem gesamten Repertoire der damaligen Klaviermusik spielte er mit großem Erfolg Transkriptionen der von ihm besonders verehrten Meister - vor Allem Kompositionen von Franz Schubert. Sie bestehen einerseits aus Klavierübertragungen berühmter Lieder (Erlkönig, Winterreise etc.), zum anderen aus Bearbeitungen von Klaviertänzen, die Liszt besonders liebte. Um 1852 fasste er diese zu einem Zyklus in mehreren Heften, den Soirées de Vienne, zusammen, die er auch "Valses caprices d’après Schubert" nannte. Ferruccio Busoni bemerkte, Liszt sei mit diesen intimen Werken direkt zum Herzen der Zuhörer vorgestoßen, während er sie sonst eher mit seinem Spiel überwältigt habe.

 

William Youn bedankte sich bei seinem begeisterten Publikum in der Jülicher Schlosskapelle mit dem "Ständchen" von Franz Schubert als Zugabe..

 

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Stand: 08. September 2018.