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[17. Februar 2019]

 


 

17. Februar 2019

 

Liederabend

 

Michael Dahmen & Christoph Schnackertz

 

 

Michael Dahmen - Bariton

Christoph Schnackertz - Klavier

 

Seit der gemeinsamen Studienzeit in Köln ab Herbst 2006 verbindet Michael Dahmen und Christoph Schnackertz eine enge Freundschaft und besonders fruchtbare und intensive künstlerische Zusammenarbeit.

Einer größeren Öffentlichkeit wurde das Lied-Duo im November 2010 mit seinem Auftritt bei den WDR3 Open Auditions bekannt. Seither treten die beiden Musiker regelmäßig im Hörfunkprogramm von WDR3 in Erscheinung, so z.B. mit Wolfs "Italienischem Liederbuch", bei der Oster-Schubertiade 2012 und mit der Welturaufführung einiger Heine-Lieder von Richard Farber.

 

Der Bariton Michael Dahmen nahm nach dem Abitur in Jülich zunächst ein Lehramts-Studium (Musik und Englisch) auf, welches er an der TU Dortmund und am Hamilton College (NY, USA) absolvierte - und im Sommer 2008 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss.

Sein Gesangsstudium, welches er „mit Auszeichnung“ abschloss, absolvierte er ab 2006 bei Prof. Christoph Prégardien an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Seither tritt er als Opern- und Konzertsänger im In- und Ausland auf, so z.B. in Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Brasilien und Mexiko.

Seine Konzerttätigkeit mit solch namhaften Partnern wie Christoph Prégardien, Michael Gees, Christophe Coin, den Dirigenten Peter Neumann, Marcus Creed, Emil Tabakov und Steven Sloane ist im Rundfunk und auf Tonträger dokumentiert und brachte Michael Dahmen unter anderem auf die Podien der Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld, der Beethovenhalle Bonn, des Dortmunder Konzerthauses und des Kleinen und des Großen Sendesaals im WDR-Funkhaus sowie der Kölner Philharmonie.

Seine Diskographie umfasst solche Raritäten wie Robert Schumanns "Der Rose Pilgerfahrt" (Carus) oder die Weltersteinspielung einiger Lieder von Johann Benjamin Gross (LaBorie).

Auf der Opernbühne arbeitete der junge Bariton mit Regisseuren wie Igor Folwill, Pierre Audi, Roland Schwab, Elisabeth Stöppler, Alexander von Pfeil und Altmeister Dietrich Hilsdorf und wurde von Kritikern der Fachzeitschrift "theater pur" mehrfach zum "Nachwuchssänger NRW" nominiert. Er verkörperte Opernpartien wie Conte d'Almaviva in Mozarts „Le Nozze di Figaro“ oder Lortzings Zar, Operettencharaktere wie Dr. Falke in Strauss’ „Die Fledermaus“ oder Dr. Siedler in Benatzkys „Im Weissen Rössl“ und erarbeitete im Bereich der Neuen Musik die Rolle des Paul in Philip Glass' „Les enfants terribles“ sowie im April 2012 die Titelpartie in der Uraufführung von Sidney Corbetts Oper „Ubu“. "Mit größtem physischen und gesanglichen Einsatz formte er diesen Mythos-Charakter zu einer bei aller gruselig-abwegigen Abscheulichkeit eindrucksvollen Theaterpartie" und wurde dafür mit dem Gelsenkirchener Theaterpreis 2012 ausgezeichnet.

Mit seinem breit gefächerten, vom Barock bis zur Jetztzeit reichenden Repertoire ist der junge Sänger Gast bei renommierten Festivals, so z.B. beim Internationalen Bachfest Schaffhausen, beim Beethovenfest Bonn, beim Festival Mitte Europas oder bei der Ruhrtriennale, wo er im Herbst 2010 bei der Welturaufführung von Hans Werner Henzes "Gisela!" den Hanspeter sang.

Michael Dahmen bindet ein Vertrag ans Musiktheater im Revier (MiR) Gelsenkirchen, als Gast oder als Einspringer sang er am Theater Solingen/ Remscheid (Masetto, 2009), am Theater Hagen (The Fairy Queen, 2010), am Theater Osnabrück (Schaunard, 2013/14), an der Staatsoper Hannover (Easter, 2013) und jüngst am Theater Dortmund (Conte Almaviva, 2016). Ab der Spielzeit 2018/2019 wird der Bariton dem Ensemble des Staatstheater Mainz angehören.

 

Christoph Schnackertz, Jahrgang 1984, erhielt seinen ersten Klavierunterricht bei Clovis Alessandri und studierte in Köln bei Prof. Pierre-Laurent Aimard und Prof. Jürgen Glauss (Liedbegleitung). Wichtige Anregungen erhält er seit 2005 außerdem als ständiger Begleiter der Gesangsklasse von Prof. Christoph Prégardien.

Er war von 2007 bis 2010 Stipendiat von "Yehudi Menuhin LiveMusicNow Köln e.V." und er ist Preisträger des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerbs in Berlin (Begleiterpreis 2011). Seit Oktober 2011 hat Christoph Schnackertz einen Lehrauftrag für Liedgestaltung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Sein Repertoire umspannt alle großen Liedzyklen der Romantik, wie auch Lieder von z.B. Gustav Mahler, Richard Strauss und Wolfgang Rihm, und er arbeitet mit Sängern aller Stimmfächer zusammen.

Seine Arbeit ist in zahlreichen Mitschnitten der großen Rundfunksender dokumentiert. Zusammen mit Julian Prégardien bildet er seit 2012 ein festes Duo. Die gemeinsame Konzerttätigkeit führte die beiden bisher u.a. nach Zürich, Kopenhagen, München, Berlin und Hamburg. Im Mai 2014 erschien die Debut-CD des Duos - „An die Geliebte“ - beim Label Myrios Classics in Kooperation mit dem Deutschlandfunk. In naher Zukunft sind die beiden Musiker zu Liederabenden unter anderem im neuen Blaibacher Konzerthaus (Bayerischer Wald), im Konzerthaus Wien und bei der Schubertiade Hohenems eingeladen.

Auch die künstlerische Zusammenarbeit mit Christoph Prégardien gestaltet sich zunehmend enger. Sie konzertierten in den letzten Jahren gemeinsam u.a. in der Wigmore Hall London (BBC Recital), bei den Schwetzinger Festspielen und in der Tonhalle Zürich. In der Spielzeit 2014/2015 begleitet Christoph Schnackertz am "Theater am Engelsgarten", dem neuen Schauspielhaus Wuppertals, eine szenische Produktion von Schuberts "Die schöne Müllerin".

 


 

Das Programm

 

Johannes Brahms

(1833 - 1897)

Heimweh III op. 63/9 (K. Groth)
Salamander op. 107/2 (C. Lemcke)
Von ewiger Liebe op. 43/1 (Jos. Wenzig)
Mondnacht WoO 21 (J. v. Eichendorff)
Sonntag op. 47/3 (L. Uhland)

 

Robert Schumann

(1810 - 1856)

Liederkreis op. 24 (H. Heine)

Morgens steh' ich auf und frage
Es treibt mich hin
Ich wandelte unter den Bäumen
Lieb Liebchen, leg's Händchen
Schöne Wiege meiner Leiden
Warte, warte, wilder Schiffmann
Berg' und Burgen schau'n herunter
Anfangs wollt' ich fast verzagen
Mit Myrten und Rosen

 

- Pause -

 

Richard Farber

(*1945)

         Tannhäuser (Heinrich Heine)         

 

Hugo Wolf 

(1860 - 1903)

aus den Mörike-Liedern:

Fußreise (Nr. 10)
Im Frühling (Nr. 13)
Storchenbotschaft (Nr. 48)
Peregrina I (Nr. 33)
Zur Warnung (Nr. 49)
An die Geliebte (Nr. 32)
Abschied (Nr. 53)

 


Dramaturgische Gedanken zum Programm

(von Michael Dahmen)


Das Zentrum dieses Programms ist in vielerlei Hinsicht – die Pause. Denn sie dient uns vor allem als Spiegelachse:

Der erste Teil endet mit Heinrich Heine, der zweite beginnt mit Heine. Dem von uns als erstem Programmpunkt fixierten Liederkreis op. 24 von Robert Schumann stellen wir ein Werk entgegen, das wir im Sommer 2013 in einer Aufnahme für den WDR im Großen Sendesaal des Kölner Funkhauses uraufführen durften: Den Tannhäuser von Richard Farber:

Ein lebender zeitgenössicher Komponist, der der alten Tradition verhaftet ist und aus dem Tannhäuser eine große Ballade, mitunter gar ein Melodram macht, in dem alle Beteiligten individuell charakterisiert zu Wort kommen. Unserer Erfahrung nach findet dieses Opus immer offene Ohren, selbst bei denen, die der zeitgenössischen Musik skeptisch gegenüber
stehen.

Somit gilt es, diese zentralen „Akte“ einzuklammern. Nicht nur aus biographischer Sicht bietet sich eine Kombination aus Robert Schumann und Johannes Brahms an. Die ausgewählten Lieder von Brahms erzählen in ihrer scheinbar wahllosen Zusammensetzung eine nette Geschichte:

Vom Heimweh über die Erinnerung an das Mädchen, das die Liebe als erste entzündete und sie bis in alle Ewigkeit schwor bis hin zur Mondnacht in der Ferne und zur nicht nur sonntäglichen Sehnsucht. Inwieweit sich die Gefühlswelt des ausführenden Sängers angesichts des Auftritts in seiner Heimat spiegelt, das sei zunächst dahingestellt.
 

Um nun die Romantik (Schumann und Brahms) mit der Moderne (Farber) zu verquicken, bemühen wir Hugo Wolf und seine von uns heißgeliebten Mörike-Lieder. Wolf vermag durch seine Tonsprache der Spätromantik nachzuhängen, aber ähnlich einigen seiner Zeitgenossen auch die Zukunft vorwegzu“hören“.

Die Auswahl, die wir für unser Schlosskonzert getroffen haben, lässt mehr die Romantik anklingen – schließlich soll der Abend versöhnlich enden...

 

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Stand: 04. November 2018.