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17. März 2019

 

Dover Quartet (USA)

 

 

                                                                                   (Foto: W. Emde)

Joel Link - Violine

Bryan Lee - Violine

Camden Shaw - Violoncello

Milena Pajaro - van de Stadt - Viola

 

Gewinner des Internationalen Streichquartettwettbewerbs in Banff (Kanada) 2013

Das Dover Quartet gilt als eines der bemerkenswertesten jungen Streichquartette unserer Tage. Die Musiker, die sich bereits mit 19 Jahren zusammenschlossen, gewannen 2010 den Fischoff Wettbewerb, wurden beim Internationalen Wettbewerb in London ausgezeichnet und konnten 2013 den internationalen Wettbewerb im kanadischen Banff für sich entscheiden. Die Banff-Siegertournee wurde für das Ensemble zu einem phänomenalen Erfolg - in Berlin, Düsseldorf, Bremen, Nürnberg, Meran und Hamburg waren Presse und Veranstalter restlos begeistert.

Die Mitglieder des Dover Quartet lernten sich 2008 am Curtis Institute of Music in Philadelphia kennen. Die musikalischen Wurzeln des Quartetts sind in der Tradition der Vermeer und Guarneri Quartetten zu finden, aber der jugendliche Enthusiasmus und die musikalische Virtuosität der Gruppe suchen ihresgleichen. The Strad schrieb, dass das Dover Quartet „sich längst durch seine außergewöhnliche interpretatorische Reife, seine klangliche Vollkommenheit und sein spannendes Zusammenspiel hervorhebt innerhalb der jungen Quartettszene.“

Alle Mitglieder des Quartetts sind gefragte Solisten und konzertierten mit renommierten Orchestern wie dem Philadelphia Orchestra, Tokyo Philharmonic, Kansas City Symphony und BBC Concert Orchestra.

In den vergangenen Jahren gab das Dover Quartet zahlreiche Konzerte in den USA, Kanada und Südamerika, darunter Gastspiele im Kennedy Center Washington und bei den Schneider Concerts in New York. In Europa war das Ensemble in der Wigmore Hall London, bei der Biennale nach Paris, beim Beethoven-Orchester Bonn, in Regensburg, München, Salzburg, Berlin, Frankfurt, Innsbruck, München, Brüssel, auf Schloss Esterházy, beim Kultursommer Nordhessen, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, bei den Schwetzinger Festspielen, beim Rheingau Musik Festival, bei Klosterkonzerten Maulbronn und bei den Dresdner Musikfestspielen zu erleben.

Im September 2016 erschien die Debüt-CD des Dover Quartets mit den Quartetten KV 589 und 590 von Mozart, sowie eines seiner Streichquintette - eine Hommage an die erste Aufnahme des Guarneri Quartetts. Kürzlich wurde eine weitere CD bei Cedille veröffentlicht, die unter dem Titel „Voices of Defiance“ Kompositionen von Ullmann, Schostakowitsch und Laks aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gewidmet ist.

Das Dover Quartet arbeitete am Curtis Institute intensiv mit renommierten Kammermusikern wie Shmuel Ashkenasi, Arnold Steinhardt, Joseph Silverstein und Peter Wiley zusammen. 2013 wurde das Dover Quartet das erste “quartet-in-residence” am Curtis Institute of Music. Das Quartett ist nach dem Werk „Dover Beach“ von Samuel Barber benannt, einem der berühmtesten Schüler des Curtis Institute.

 


 

Das Programm

 

Robert Schumann

(1810 - 1856)

 

Streichquartett Nr. 3 A-Dur op. 41

Andante espressivo - Allegro molto moderato

Assai agitato

Adagio molto

Finale. Allegro molto vivace

 

 

Samuel Barber

(1910 - 1981)

 

Streichquartett h-moll op. 11

Molto allegro e appassionato

Molto adagio [attacca]

Molto allegro (come prima) - Presto

 

- Pause -

 

Antonin Dvořák

(1841 - 1904)

 

Streichquartett Nr. 14 As-Dur op. 105

Adagio ma non troppo / Allegro appassionato

Molto vivace

Lento e molto cantabile

Allegro non tanto

 

 


 

Zum Programm

 

Robert Schumanns Vorbilder für seine drei Streichquartette, die er zwischen Anfang Juni und Mitte Juli 1842 ausarbeitete, waren Haydn, Mozart und Beethoven. Es blieben seine einzigen Werke dieser Gattung, ein Zyklus, der, aus romantischer Begeisterung und dem Studium der Klassiker entstanden, dem Genre eine Fülle neuer Ausdrucksmöglichkeiten erschloss.
Schumanns eigene Gedanken über den idealen “Quartettstylisten” findet man im A-Dur-Quartett op. 41, 3 bestätigt. Es zeigt “Streben nach schöner Form”, “Reinheit des Satzes” und “künstliche Verflechtungen”, vor allem aber “originelles Gepräge der melodischen Führung”. Die Verarbeitung der beiden Themen folgt dem Modell der klassischen Sonatenform, wobei sich allerdings die motivische Arbeit der Klassiker in eine Folge kontrastierender Stimmungsbilder auflöst. Hier – wie fast überall in Schumanns Werk – erscheint sein doppeltes “Alter ego” Eusebius und Florestan, die als Personifikationen von Melancholie und Lebenslust seine Musik bestimmen. Das Adagio ist einer der großartigsten langsamen Sätze, die Schumann geschrieben hat: ein lyrischer Gesang nach Mendelssohns Vorbild, der allmählich in zerrissene Dialoge zwischen erster Violine und Bratsche übergeht. Im Finale, einem tänzerischen Rondo, scheint Florestan zu triumphieren.

Das Quartett op.11 h-moll des amerikanischen Komponisten Samuel Barber ist wegen seines langsamen Satzes, des Adagios, berühmt geworden. Es wurde im Dezember 1936 in Rom uraufgeführt und auf Wunsch von Arturo Toscanini 1938 für Streichorchester arrangiert. In dieser Version wurde das „Adagio for strings“ als Konzertstück für Streichorchester und insbesondere als Filmmusik (u.a. in Platoon) zum Welterfolg.
Dass man es hier mit einem durch und durch romantischen Satz zu tun hat, in dem sich Mahlersche Klänge mit Brucknerschen Vorhalten zu verbinden scheinen, entspricht dem ästhetischen Credo des Komponisten: “Wenn ich eine abstrakte Klaviersonate oder ein Konzert schreibe, schreibe ich, was ich fühle. Man sagt, ich habe überhaupt keinen Stil, aber das ist nicht wichtig.” Sein früher Erfolg als mehrfacher Preisträger im amerikanischen Musikleben gab ihm recht.


Den ersten Satz des As-Dur Quartett op.105 schrieb Antonin Dvorák am Ende seines Aufenthaltes in Amerika. Vollendet wurde das Werk aber erst nach seiner Rückkehr im Jahr 1895. Sein Stil hatte sich gewandelt: Seine Themen bleiben schlicht und volkstümlich, aber neben tschechischen Klängen arbeitete er auch mit Spirituals, indianischen Rhythmen und Pentatonik, die auch nach seiner Rückkehr in die Heimat wesentliche Elemente seines Spätstils blieben. Beispielsweise verarbeitete er im langsamen Satz schlichte Volksweisen, die er nach einem düsteren chromatischen Mittelteil variiert wiederholt. Im Finale überwiegt das Tänzerische seiner tschechischen Heimat in Form einer Polka, die in einer wirbelnden Coda kulminiert.
 

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Als Zugabe schenkten uns die jungen Musiker eine Version für Streichquartett von Duke Ellington's "In a Sentimental Mood" (arr. by Daniel Schlosberg). Sehr rar in der Kapelle - standing ovations!!!

[Hier zu hören in einer ähnlichen Aufzeichnung auf Youtube]

 

 




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Stand: 25. März 2019.