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[17. Februar 2019]

 


 

28. Oktober 2018

 

das Kölner Barock-Ensemble

Nel Dolce

 

 

Stephanie Buyken, Blockflöte, Gesang

Olga Piskorz, Violine

Harm Meiners, Violoncello

Flora Fabri, Cembalo

 

„Nel Dolce“ begibt sich unter dem Motto „vom Dunkel ins Licht“ auf den Weg von der Nacht in einen neuen Tag und beleuchtet diesen immer wieder faszinierenden Übergang auf sehr vielfältige Weise.

Das besondere Anliegen des Ensembles, die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts in der heutigen Zeit wieder lebendig werden zu lassen, äußert sich sowohl in der Interpretation der Werke als auch in innovativen Aufführungskonzepten.

 


Die Interpreten

 

Die Blockflötistin und Sopranistin Stephanie Buyken wurde 1979 in Kamp-Lintfort geboren. Von 1998 bis 2003 absolvierte sie ein Studium der Germanistik und Schulmusik (Hauptfach Gesang bei Nathalie Usselmann-Kock) in Köln, woran sich ein Blockflötenstudium bei Ursula Schmidt-Laukamp (Köln) anschloss, das sie 2004 mit Diplom beendete. Sie nahm an diversen Meisterkursen, unter anderem bei Dorothee Oberlinger, teil. Als Solistin konzertierte sie mit verschiedenen Orchestern (u. a. Bachs 4. Brandenburgisches Konzert und Konzerte von Antonio Vivaldi). Ihre weitere künstlerische Gesangsausbildung erhielt sie von 2004 bis 2006 bei Barbara Schlick (Wuppertal), vertieft durch Studien in Paris bei Isabelle Guillaud und derzeit bei Michaela Krämer (Düsseldorf). Auch als Sopranistin entfaltet sie eine rege Konzerttätigkeit. Dabei hat sie sich ein breites Repertoire erarbeitet, dessen Schwerpunkte in den Bereichen Oratorium (Bach: Weihnachts-Oratorium, Johannes-Passion, h-moll-Messe, Magnificat; Vivaldi: Gloria; Händel: Alexander-Fest), Lied und Kammermusik liegen.

Olga Piskorz wurde in Jelenia Góra (Polen) geboren. Im Alter von 7 Jahren begann sie die Musikschule in Legnica zu besuchen, die sie 2008 in der Klasse von Konrad Dragan (Violine) abschloss. Im Juni 2011 beendete sie ihr Bachelor-Studium mit Auszeichnung bei Prof. B. Bryla (Violine) an der Hochschule für Musik in Poznan (Polen).

Olga Piskorz wurde bereits in jungen Jahren Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, unter anderem erzielte sie 1. Preise beim "Young Paganini" Wettbewerb in Legnica, beim Wettbewerb "Tadeusz Wronski" für Violine Solo sowie beim Internationalen Wettbewerb "H.W. Ernst und K.Szymanowski" in Breslau.

Im Jahr 2009 begann sie sich für die Alte Musik zu interessieren - seit Oktober 2011 studierte sie im Rahmen eines DAAD-Stipendiums Barockvioline an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Klasse von Prof. Richard Gwilt . Im Februar 2014 bestand sie dort ihre Master- Abschlussprüfung mit Auszeichnung.

Im Dezember 2011 wurde Olga Piskorz Mitglied des Kölner Barock-Ensembles Nel Dolce. Sie spielt zahlreiche Konzerte mit deutschen und internationalen Ensembles wie dem Cöllner Barockorchester, Neue Düsseldorfer Hofmusik, The Wallfisch Band, Capella Vitalis Berlin, Musica Poetica London oder Collegium Musicum Köln und arbeitet mit renomierten Barockgeigern wie Richard Gwilt, Irmgard Schaller, Petra Müllejans, Elizabeth Wallfisch und Mary Utiger zusammen.

Neben regelmäßigen Konzertauftritten übt sie auch pädagogische Tätigkeiten aus.

Harm Meiners studierte (nach Abschluss eines Physik-Studiums) Violoncello an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Hier absolvierte er 2004 als Schüler von Prof. Claus Kanngiesser seine künstlerische Diplomprüfung. Ergänzend absolvierte er zahlreiche Meisterkurse.

Während des Studiums begann er sich auch für die historischen Spielweisen des Violoncellos zu interessieren. Dabei erhielt er u.a. Anregungen durch Wieland Kuijken und Rainer Zipperling. Mit dem Ensemble Nel Dolce legte er 2010 sein Konzertexamen ab.

Seine vielfältige Konzerttätigkeit mit dem Schwerpunkt Kammermusik führte ihn u.a. zu den Donaueschinger Musiktagen und den Dresdner Tagen für Neue Musik sowie in Konzertsäle wie die Berliner Philharmonie oder die Kölner Philharmonie. Er konzertierte mit renommierten Künstlern wie Pi-hsien Chen, Ariadne Daskalakis und Dorothee Oberlinger und war an diversen CD-Einspielungen sowie an Rundfunkaufnahmen von WDR, SWR und DLF beteiligt.

Mit dem Ensemble Nel Dolce spielte Harm Meiners drei CDs ein: Nach der Debut-CD "Aus der Seele" und "La Rosa" folgte im Jahr 2015 die CD "Tierisch Barock", die von Presse und Rundfunk hochgelobt wurde (BR-Klassik: "eine tierisch gute Barock-CD", SR2-Kulturradio: "wunderbare CD", hr2-kultur: "virtuos, klar in Klang, präzise im Zusammenspiel, mit äußerster Ausdruckskraft, artistisch im Wechselspiel der Emotionen").

Neben seiner freiberuflichen Tätigkeit erfüllte Harm Meiners von 2005 bis 2015 einen Lehrauftrag für Kammermusik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

 

Flora Fabri wurde in Budapest geboren. An dem Béla Bartók Konservatorium für Musik in Budapest absolvierte sie 2001-2005 die Hauptfächer Klavier und Musiktheorie. Ihre ersten Impulse am Cembalo erhielt sie von Anikó Soltész. 2007 wechselte sie zur Münchner Hochschule für Musik und Theater in die Cembaloklasse von Prof. Christine Schornsheim. Hier erhielt sie 2011 ihr künstlerisches Diplom.
2012 wechselte sie nach Essen wo sie an der Folkwang U. d. K. in der Klasse von Prof. Christian Rieger 2013 ihren Master of Music – Grad erhielt. Als Cembalistin verbindet sie eine feste Zusammenarbeit mit dem Orfeo Kammerorchester in Ungarn sowie die kammermusikalische Arbeit als Cembalo Duo mit dem Cembalisten Andreas Gilger. Sie geht außerdem einer regen Korrepetitionstätigkeit nach. So ist sie seit 2012 jedes Jahr Begleiterin bei dem Ringve Meisterkurs für Alte Musik in Norwegen und arbeitete im Wintersemester 2013 an der Münchner Musikhochschule.
2014 wurde Flora Fabri an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main als Cembalo-Korrepetitorin berufen und zudem ab dem Wintersemester 2014 an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien als Korrepetitorin der Blockflötenklasse von Prof. Carsten Eckert.
Solorezitals gab sie 2014 an der Folkwang Universität der Künste (im Rahmen der Reihe „Forum für junge PianistInnen“) sowie im Rahmen des Festival ReTour:1714 an der Landesmusikakademie NRW in Heek. Zudem wirkt die Cembalistin regelmäßig bei verschiedenen Opernproduktionen mit, zuletzt am Landestheater Niederbayern in Händels “Alcina“.

 


 

Das Programm

"Vom Dunkel ins Licht"
 

 

Antonio Vivaldi

(1678 – 1741)

“La Notte” - concerto di camera RV 104

für Blockflöte, Violine, Violoncello und B.c.

 


Jacob van Eyck

(1590 – 1657)

“Engels Nachtegaltje”

für Blockflöte solo

 


Johann Sebastian Bach

(1685 - 1750)

 das Prélude aus 
der Suite d-moll BWV 1008

für Violoncello solo



Georg Friedrich Händel

(1685 - 1759)

"Die ihr aus dunklen Grüften" (HWV 208)

Arie für Sopran, Violine und Basso continuo
aus " Neun deutsche Arien"
 


Heinrich Ignaz Franz Biber

(1644 - 1704)

Sonata I - “Die Verkündigung”

aus den Mysteriensonaten für Violine und B.c.



Georg Philipp Telemann

(1729 – 1768)

Triosonate d-moll

für Blockflöte, Violine und B.c.

 

- Pause -

 


Francois Couperin

(1668 - 1733)

 Quatrième livre de pièces de clavecin, ordre XXV

für Cembalo solo

 

La Visionaire. Gravement et marqué - Viste

La Misterieuse. Modérément

La Montflambert. Tendrement sans lenteur

La Muse Victorieuse. Audacieusement

Les Ombres Errantes. Languissamment 

 



Johann Sebastian Bach

(1685 - 1750)

Triosonate F-Dur

für Blockflöte, Violine und B.c.


Allegro - Largo - Allegro

 


John Dowland

(1563 - 1626)

“Awake sweet love“

für Sopran, Violine und B.c.

 


Zum Programm

Vom Dunkel ins Licht

Nel Dolce begibt sich musikalisch auf den Weg von der Nacht in einen neuen Tag und beleuchtet diesen zwar alltäglichen, aber doch immer wieder neu faszinierenden Übergang auf sehr vielfältige Weise.

Das Konzert beginnt mit Antonio Vivaldis Concerto “La Notte”. Zwei Sätze tragen die programmatischen Titel “Fantasmi” (Geister) bzw. “Il sonno” (der Schlaf). Damit zeigt sich die Nacht mit zwei Gesichtern – Angst, Gefahr, Geheimnis und zugleich Erholung, Ruhe, Schlaf.

Auf dem weiteren Spaziergang begegnen den nächtlich Wandernden zwei solistische Stimmen - Jakob Van Eycks “Nachtigaltje” und Johann Sebastian Bachs Prelude in d-moll. Während der Gesang der Nachtigall idyllische Assoziationen an junge Frühlingsnächte zu wecken vermag, lädt Bachs Cellosuite ein zu eher unprogrammatischeren Bedeutungszuweisungen.

Der unvermittelte Wechsel zwischen Alter und Neuer Musik in diesem Teil des Programms soll die Freiheit der Träume in Raum und Zeit verdeutlichen.
Mit der “Verkündigung” aus Bibers Rosenkranzsonaten - der Engels-Erscheinung im Traum der Maria - erhält das Begriffspaar Nacht und Tag eine weitere Bedeutung. Der Anbruch eines neuen Tages steht hier als Sinnbild für die Hoffnung, die "dunklen Grüfte", die in Händels gleichnamiger Arie im Anschluss daran besungen werden, verlassen zu können. Telemanns affektvolle und virtuose Sonate in d-moll rundet diesen ersten Programmteil ab. 

In der zweiten Konzerthälfte begegnen den Zuhörern in Couperins Suite unterschiedliche Charaktere, die die Nacht beleuchten als Raum für Visionen, Geheimnisse, Kreativität und Irrungen.

Bachs Triosonate läutet den Morgen - das Leben ein.

Dowlands “Awake, sweet love”, verteibt nun vollends die Dunkelheit - ein neuer Tag kann beginnen..

 

Mit einer Zugabe von Nicola Matteis bedankten sich die sympathischen Musiker für den begeisterten Applaus..

 

[Zum Programmblatt..]

 

 

 




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Stand: 29. Oktober 2018.