Jülicher Schlosskonzerte©

seit 1979

 

 

nächstes Konzert am

[10. Januar 2021]

Wegen der Kontaktbeschränkungen wird auch diese Veranstaltung aus der Schlosskapelle verlegt ins PZ. Es werden die aktuell geltende Corona-Schutzverordnung NRW und die Allgemeinverfügungen der Stadt Jülich und des Kreises Düren befolgt. Für die fachgerechte Reinigung und Desinfektion hat sich die Jülicher Gebäudereinigung Michael Tollhausen e.K. als Sponsor gefunden. Wir danken unserem Publikum für die bereits bei den letzten Konzerten bewiesene Kooperations-Bereitschaft..

Bitte beachten Sie auch die Konzertermine unserer Partner von Klavier entlang der Rur!

 

 

15. November 2020

10. Januar 2021, 20 Uhr

Michael Rische

 

Sonderkonzert im Rahmen des Festivals "Klavier entlang der Rur"  

 

gefördert vom

 

Restkarten zu 15 € bei tickets@schlosskonzerte-juelich.de

 


 

Das Festival wurde erstmals in 2017 ausgerichtet von unseren Veranstaltungs-Partnern entlang der Rur -

von Monschau über Düren, Erkelenz, Hückelhoven und Heinsberg. Da durfte Jülich einfach nicht fehlen!

 

 

 

Michael Rische

zählt nicht erst seit den Aufnahmen der Klavierkonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach zu der kleinen Gruppe von Musikern, die konsequent mit maßgeblichen Entdeckungen das Musikleben bereichern. Schon die Einspielung der sieben jazz-beeinflussten Klavierkonzerte der 20er Jahre von Antheil, Gershwin, Copland, Schulhoff, Ravel und Honegger hatte in den USA, Europa und Japan für ein begeistertes Echo in den Medien gesorgt.

Dabei müssen Entdeckungen einerseits und Standard-Repertoire andererseits nicht unbedingt einen Widerspruch bedeuten. Denn mit den Interpretationen der Klavierkonzerte von Beethoven (Nr. 3 c-moll) und Mozart (Nr. 20 d-moll) ist der Pianist auch hier einen ungewöhnlichen Weg gegangen: Es sind die einzigen Aufnahmen, die dem Hörer die Wahl zwischen Kadenzen aus verschiedenen Epochen bieten.

Michael Rische studierte in Düsseldorf bei Max Martin Stein (Klavier) und bei Milko Kelemen (Komposition). Folgenreiche Anregungen kamen von Pierre Boulez und Nicolaus Harnoncourt. Seine Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Yuri Simonow, Christoph Poppen, Grant Llewellyn, Michael Boder, Wayne Marshall, und Orchestern wie der Staatskapelle Berlin, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Orchestre National de Belgique, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern und dem BBC Symphony Orchestra London hat ihm die Konzertsäle in vielen Ländern geöffnet. Michael Rische war „artist-in-residence“ des Jahres 2007 beim Internationalen Kurt-Weill-Festival in Dessau.

Mehr als 20 CDs bei den Weltlabels EMI, Universal, Sony und Hänssler geben über sein Repertoire Auskunft. Die beiden aktuellen Einspielungen entstanden zusammen mit den Berliner Barock-Solisten, dem Kammerorchester der Berliner Philharmoniker. Alexander Kluge hat für sein Kulturmagazin drei Fernseh-Dokumentationen über ihn gedreht.

Neben seiner solistischen Tätigkeit lehrt Michael Rische als Professor an der Musikhochschule Köln. Auch in den neuen Medien findet seine Arbeit ihren Niederschlag. So hat z.B. der weltgrößte Streaming-Dienst Spotify für das Concerto Wq. 44 von CPE Bach weit über fünf Millionen Hörer verzeichnet.

 

 


 

Das Programm

 

 
Carl Philipp Emanuel Bach

(1714-1788)


 Concerto c-moll, Wq.43/4 für Klavier solo (1771)

Allegro assai - Poco adagio - Tempo di Minuetto - Allegro assai

 


Wolfgang Amadeus Mozart

(1756-1791)


  Adagio h-moll, KV 540 (1788)


    

Ludwig van Beethoven

(1770-1827)


Sonate Nr. 14 cis-moll, op. 27,2 "Mondschein" (1801)

Adagio sostenuto - Allegretto - Presto agitato

 


Claude Debussy

(1862-1918)


Images I (1904)

Reflets dans l‘eau - Hommage à Rameau - Mouvement

Pour le piano (1901)

Prélude - Sarabande - Toccata

 


 

Zum Programm

 

Aus dem schier unerschöpflichen Reichtum seiner Klavierkonzerte sticht das Concerto c-moll Wq.43/4 von Carl Philipp Emanuel Bach aus zwei Gründen besonders hervor. Zum einen existiert es in zwei Versionen, zum anderen ist es das erste viersätzige Klavierkonzert der Musikgeschichte.

Mit seinem Italienischen Konzert hatte Johann Sebastian Bach den Typus des Konzertes für Soloklavier geschaffen, in dem Tutti und Solo wie gewohnt einander zuspielen. Von ausgesuchten Klavierkonzerten hat Emanuel Bach eine eigenhändige Version ebenfalls für Klavier solo hinterlassen. Dieses Konzert aus der Hamburger Zeit ist ein besonders glückliches Beispiel für seinen unkonventionellen Formsinn: Die vier Sätze folgen nicht nur ohne Unterbrechung aufeinander, sondern sind im letzten Satz auch thematisch miteinander verbunden. Das Prinzip der „integralen“ Komposition kennen wir bis dato eigentlich erst durch Franz Liszt‘s 1. Klavierkonzert. Umso erstaunlicher, daß Bach 84 Jahre früher auch schon in diesen Bahnen gedacht hat.

Das allein stehende Adagio h-moll gehört zu den ewigen Werten, die Wolfgang Amadeus Mozart uns für Soloklavier geschenkt hat. An nur einem Tag geschrieben, dem 19. März 1788, offenbart der Komponist eine fast zerbrechliche Melancholie aber auch einen untrüglichen Sinn für harmonische Vieldeutigkeiten.

Über die Mondschein-Sonate braucht man kaum Worte zu verlieren, ist sie doch die bekannteste Sonate der Musikgeschichte. Vielleicht nur soviel: Der atmosphärische Titel stammt nicht von Ludwig van Beethoven, sondern von dem Dichter Ludwig Rellstab. Die Überlieferung berichtet vielmehr, Beethoven habe das Adagio am Totenbett eines Freundes improvisiert. Schon zu Lebzeiten des Komponisten war diese Sonate außerordentlich beliebt, und daran wird sich - nach menschlichem Ermessen - auch in Zukunft nichts ändern.

Nach dem Ereignis des Prélude à l’après-midi d’un faune ging Claude Debussy daran, die neu entdeckten Klangwelten auch für das Klavier zu erobern. Seinen ersten Meilenstein in diese Richtung stellt die dreisätzige Suite Pour le piano dar. Satzbezeichnungen, die uns aus den Bach-Suiten vertraut sind, erfüllt eine neue Vitalität; die motorische Energie von Prélude und Toccata lässt da keinen Zweifel aufkommen. Dabei sollte man nicht vergessen, daß Debussy selbst ein Pianist mit einer viel gerühmten Anschlagskultur war - und damit der Fähigkeit zur feinsten Abstufung.

Von der hermetischen Sarabande führt ein direkter Weg zum meditativen Hommage à Rameau, das im Stile einer Sarabande auszuführen ist. Der poetische Zauber der Reflets dans l‘eau oder auch des abstrakten Mouvement lässt den Hörer begrifflos zurück; kein Wunder angesichts des Reichtums neuartiger Pianistik und eines Zeitempfindens, dem je nach Ereignisdichte eine „elastische“ Struktur zugrunde liegt. Claude Debussy auf der Suche nach der Seele des Klaviertones - so wie 160 Jahre vor ihm als einer der ersten Carl Philipp Emanuel Bach. (M. Rische)

 

[Zum Programmblatt..]

 




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Stand: 07. November 2020.