27.
März 2011
Liederabend
im Rahmen der
Konzertreihe
Kammerkonzerte NRW

Christoph Prégardien,
Tenor
Michael Gees,
Klavier
Der weltberühmte lyrische Tenor Christoph Prégardien gestaltet mit seinem
Klavierpartner Michael Gees einen Liederabend mit Werken romantischer
Komponisten. Das Konzert findet im Rahmen der Reihe „WDR 3 Kammerkonzerte in
NRW" statt.
In seinem ersten Teil werden unter dem Titel „Wasserfahrt" Lieder von Pfitzner,
Schubert, Schumann, Mahler, Loewe und Liszt präsentiert, im zweiten Teil
Schumanns Kerner-Zyklus op. 35. Das Konzert wird vom WDR mitgeschnitten und zu
einem späteren Zeitpunkt gesendet werden.
Der herausragende lyrische Tenor unserer Zeit Christoph Prégardien begann seine
sängerische Laufbahn als Limburger Domsingknabe. Er hat an bedeutenden
europäischen Opernhäusern große Rollen gesungen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit
liegt jedoch bei Lied und Oratorium. Bei der Gestaltung von Liederabenden
verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit seinem Klavierpartner Michael
Gees.
Christoph Prégardien ist bei großen Orchestern, wie den Berliner und Wiener
Philharmonikern, und dem Concertgebouworkest Amsterdam, und unter so bedeutenden
Dirigenten wie Barenboim, Harnoncourt, Nagano und Sawallisch aufgetreten. Aber
auch über Europa hinaus erhält er weltweit Einladungen zu Konzerten vor großem
Publikum. Damit hat er sich zu einem der herausragenden lyrischen Tenöre unserer
Zeit entwickelt. Seit 2004 ist er Professor an der Musikhochschule Köln.
Christoph Prégardien hat zahlreiche renommierte Preise gewonnen, z.B. den der
Deutschen Schallplattenkritik für Schumanns hier präsentierten Kerner-Zyklus.
Seine Diskographie umfasst mehr als 130 Produktionen.
Michael Gees begann seine musikalische Karriere als frühreifes,
erfolgsverwöhntes Wunderkind. Mit 15 Jahren trieb ihn der Druck der
vorauszusehenden Wettbewerbskarriere zu außermusikalischen Tätigkeiten, z.B. zu
zweijähriger Seefahrt. Mit 21 kehrte er zur Musik zurück, studierte Komposition
und entwickelte seine pianistischen Fähigkeiten weiter. Als Liedbegleiter wurde
er mit Christoph Prégardien auch international bekannt.
Das Programm
»Wasserfahrt«
Hans Pfitzner
(1869 - 1949)
Wasserfahrt, Op.
6,6
Hast du von den Fischerkindern, Op. 7,1
*****
Franz Schubert (1797 - 1828)
Der Zwerg, D 771
*****
Robert Schumann
(1810 -
1856)
Abends am Strand, Op. 45,3
*****
Gustav Mahler
(1860 - 1911)
Rheinlegendchen
*****
Franz Schubert (1797 - 1828)
Fischerweise, D 881
*****
Carl Loewe
(1796 - 1869)
Der Nöck, Op. 129,2
*****
Franz Schubert (1797 - 1828)
Lied eines Schiffers, D 360
*****
Franz Liszt
(1811 - 1886)
Die Loreley
nach der Pause:
Robert Schumann
(1810 -
1856)
» Zwölf
Gedichte «
Eine Liederreihe nach Texten von Justinus Kerner,
Op. 35
Lust der Sturmnacht
Stirb Lieb´ und Freud´
Wanderlied
Erstes Grün
Sehnsucht nach der Waldgegend
Auf das Trinkglas eines verstorbenen Freundes
Wanderung
Stille Lieb
Frage
Stille Tränen
Wer machte Dich so krank?
Alte Laute
Anmerkung:
Am Konzertabend selbst wurden die Programmteile vor und nach der Pause,
auf Wunsch der Künstler vertauscht...
Zum Programm
„Wasserfahrt“
ist das Motto des heutigen Liederabends. Hier wird das ganze Lebensgefühl der
deutschen Romantik lebendig: Liebes- und Todessehnsucht, Fern- und Heimweh, das
Verschmelzen von Traum und Wirklichkeit, Leben auf schwankendem Grund – wie bei
einer „Wasserfahrt“. In den vorgestellten Liedern treten Komponisten der
deutsch-österreichischen Romantik, vom Frühromantiker Schubert bis zum
Spät- und Postromantiker Mahler auf.
„Wasserfahrt“
ist auch der Titel des von Hans Pfitzner komponierten Eingangsliedes.
Pfitzners kompositorisches Opus reicht von Kammermusik über Orchesterwerke bis
zu Opern. Es vereint romantische und spätromantische Elemente mit
stimmungsstarker Musikdramatik. Der Text des ersten hier präsentierten Liedes
stammt von Heinrich Heine, der des zweiten von Wolfgang Müller von Königswinter.
Es folgt das
Lied „Der Zwerg“ von Franz Schubert mit einem Text von Matthäus von
Collin. Schubert ist der unbestrittene König des Kunstliedes. Neben seinen
kammermusikalischen und symphonischen Werken sowie geistlicher Musik hat er über
600 Lieder komponiert.
Robert
Schumanns Lied „Abends am
Strand“, mit einem Text von Heinrich Heine, ist das nächste in dieser Reihe von
Liedern. Nach seiner ersten Schaffensphase, in der er fast ausschließlich
Klaviermusik komponierte, hat sich Schumann 1840, in einer glücklichen Phase
seiner jungen Ehe mit Clara Wieck, dem Lied, danach, ab etwa 1841, der Kammer-
und Orchestermusik zugewandt. Das Lied bildet also bei Schumann die Brücke
zwischen der frühen und der späten Schaffensperiode.
Es folgt
Gustav Mahlers Lied „Rheinlegendchen“. Der Text ist der von Achim von Arnim
und Clemens Brentano stammenden Sammlung von Gedichten „Des Knaben Wunderhorn“
entnommen.
Mahler war ein bedeutender, viel beschäftigter Dirigent und Operndirektor, der
zumeist nur in seinen Sommerferien Ruhe zum Komponieren fand. Der Schwerpunkt
seines kompositorischen Schaffens liegt in seinen Symphonien. Sein Werk reicht
von der Spätromantik bis zur „Neue Musik" des 20. Jahrhunderts.
Franz
Schuberts Lied
„Fischerweise“ mit einem Text von seinem Freund
Franz von Schlechta
ist das nächste in dieser Reihe. Es
folgt das Lied „Der Nöck“ von Carl Loewe mit einem Text von August
Kopisch. Loewe ist der einzige der Komponisten in diesem Zyklus, der fast
ausschließlich Lieder, zum großen Teil in der erweiterten Form von Balladen,
geschrieben hat.
Die Reihe
„Wasserfahrt“ dieses Konzertes wird mit Franz Liszts Lied „Die Loreley“
nach dem gleichnamigen Text von Heinrich Heine abgeschlossen. Ein Lied vom
Klaviervirtuosen Liszt und Komponisten, der bis zu seiner späten
Schaffensperiode hauptsächlich Klavierwerke schrieb, mag überraschend wirken.
Offenbar konnte sich Liszt, wie wir Zuhörer, der Faszination von Heines
berühmtem Gedicht nicht entziehen.
Wie sein Lied
„Abends am Strand“ op. 45/3 und die meisten seiner Lieder hat Robert Schumann
seinen „Kerner-Zyklus“ op. 35 im Jahr 1840 komponiert. Im Gegensatz
zur
schwankenden Seelenlage in den Liedern der „Wasserfahrt“ des ersten Teils dieses
Konzerts wirkt die Stimmung im „Kerner-Zyklus“ gefestigter. Hier wird die
Schönheit der Natur besungen, und das Bewusstsein, in ihr zwischen Himmel und
Erde eingebettet zu sein. Nur gegen Ende wird die Stimmung durch Todesahnung und
Abschied von den Jugendträumen eingetrübt.
[Zum Programmheft..]
[Zu
den Liedtexten..]

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dr.weitz@online.de
Stand: 04. April 2011.
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