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Maryana Osipova, 1. Violine
Alexander Sachs, 2. Violine
Dmitry Hahalin, Viola
Michael Preuss, Violoncello
(Wegen des Ausfalls der 1. Violine musste das Ensemble simply quartet
leider kurzfristig absagen. Sein Konzert soll im nächsten oder
übernächsten Jahr nachgeholt werden.)
Das 2014 gegründete Eliot Quartett zählt zu den
vielversprechendsten Streichquartetten der neuen Generation. Das
internationale Ensemble – die Mitglieder stammen aus Russland, Kanada
und Deutschland – ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe
(Mozart-Wettbewerb Salzburg, Melbourne International Chamber Music
Competition, Deutschen Musikwettbewerb, Karol Szymanowski-Wettbewerb).
In seiner Heimatstadt Frankfurt am Main ist das Eliot Quartett fester
Bestandteil des Konzertlebens und war dort 2019 erstes „Streichquartett
in Residence“ der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen.
2022 gestaltete er sein eigenes Festival „Eliots am Main“. Das Quartett
war zu Gast beim Bachfest Leipzig, den Kasseler Musiktagen, der
Styriarte Graz, dem Mozartfest Würzburg, dem Rheingau Musik Festival,
den Ludwigsburger Schlossfestspielen sowie der Schubertiade
Schwarzenberg.
Seine Ausbildung erhielt das Eliot Quartett an der Musikhochschule
Frankfurt am Main bei Hubert Buchberger und Tim Vogler sowie an der
Escuela Superior de Musica Madrid in der Meisterklasse von Günter
Pichler. Weitere Impulse erhält das Ensemble in der gemeinsamen Arbeit
mit Alfred Brendel und dem Belcea Quartett. Das Eliot Quartett ist nach
dem US-amerikanischen Schriftsteller T. S. Eliot benannt, der sich von
den innovativen, späten Streichquartetten Ludwig van Beethovens zu
seinem letzten großen poetischen Werk „Four Quartets“ inspirieren ließ.
Mehrere Einspielungen des Eliot Quartetts sind beim Label Genuin
erschienen.
Das Eliot Quartett:

Maryana Osipova (1.Violine) studierte
am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium bei Prof. Keselman und Prof.
Glesarova, an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Prof. Breuninger,
an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bei
Hubert Buchberger und Tim Vogler sowie an der Escuela Superior de Musica
Madrid in der Meisterklasse von Günter Pichler.
Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe wie dem Yankelevich‘
Wettbewerb 2013 und China International Violin Competition in Qingdao.
Maryana Osipova war zu Gast bei vielen internationalen Festivals wie
beim Bachfest Leipzig, den Kasseler Musiktagen, der Styriarte Graz, dem
Mozartfest Würzburg, dem Rheingau Musik Festival, den Ludwigsburger
Schlossfestspielen, der Schubertiade Schwarzenberg.
Maryana Osipova nahm an Meisterkursen bei Boris Kuschnir (Sankt-Petersburg),
Mihaela Martin (Kronberg Academy), Igor Ozim (Weimarer Meisterkurse),
Boris Belkin (Accademia Chigiana).

Alexander Sachs (2.Violine) wurde 1990 in Vancouver, Kanada
geboren. Er begann seine musikalische Ausbildung an der Vancouver
Academy of Music und erhielt Unterricht bei Prof. Taras Gabora.
Alexander studierte an der Hochschule für Musik Mainz bei Prof. Anne
Shih und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am
Main bei Prof. Sophia Jaffé. Er nahm an Meisterkursen bei Prof. Rainer
Kussmaul, Prof. Tanja Becker-Bender und Prof. Gerhard Schulz
(International Musicians Seminar in Prussia Cove, England) teil. Von
2011 bis 2015 war er Stipendiat des Neumeyer Consorts und spielte mit
dem Ensemble bei wichtigen Konzertreihen und Festivals für Alte Musik
(Göttinger Händelfestspiele, Magdeburger Telemanntage, Forum Alte Musik
im Kaisersaal Frankfurt). Als Mitglied des Goethe-Streichtrios wurde er
von Yehudi Menuhin Live Music Now Frankfurt am Main e.V. gefördert. Nach
einem absolvierten Praktikum in den 2. Violinen hatte Alexander einen
Zeitvertrag in den 1. Violinen im Staatsorchester Darmstadt inne. Seit
2014 ist er Dozent für Violine am Emanuel Feuermann Konservatorium an
der Kronberg Academy.

Dmitry Hahalin (Viola) wurde 1988 geboren und erhielt seine
musikalische Ausbildung am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium und an
der Musikhochschule Mainz bei Prof. Anne Shih. Er wechselte danach zur
Viola und studierte an der Musikhochschule Frankfurt am Main in der
Klasse von Prof. Roland Glassl. Dmitry erhielt ein Stipendium der
internationalen Vladimir-Spivakov-Stiftung, ein Stipendium für
Barockvioline/Barockviola des Neumeyer Consorts und war von der
Stiftung Yehudi Menuhin Live Music Now gefördert. Von 2014 bis 2019 war
Dmitry Hahalin Stipendiat der Villa Musica Rheinland Pfalz. Er gewann
den Kammermusikwettbewerb S. Vainiunas (Litauen) 2010 und den
Kammermusikpreis der Polytechnischen Gesellschaft 2013. Weitere
Kammermusikalische Erfahrungen konnte er in Zusammenarbeit mit Eduard
Brunner, Nils Mönkemeyer, Manuel Fischer-Dieskau und Talich Quartet
sammeln. Seit 2010 widmet sich Dmitry Hahalin auch verstärkt dem Bereich
der historischen Aufführungspraxis. Er studierte Barockvioline bei Prof.
Petra Müllejans, wurde zu den Telemann-Festtagen Magdeburg, den
Göttinger Händelfespielen sowie zum Forum Alte Musik Frankfurt am Main
eingeladen und arbeitete u.a. mit Ton Koopman, Konrad Junghänel, Michael
Hofstetter und Andreas Scholl zusammen.
Als Gründungsmitglied des Eliot Quartetts, hat er viele internationale
Preise gewonnen, darunter den Deutschen Musikwettbewerb und den Karol
Szymanowski-Wettbewerb in Katowice. Dmitry Hahalin hat mehrere CDs
eingespielt und ist international konzertant tätig.
Michae l Preuß (Violoncello)
wurde 1985 in Leipzig geboren. Seine musikalische Ausbildung begann er
als Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. 2004
begann Michael sein Studium an der Hochschule für Musik und Theater in
Rostock in der Klasse von Prof. Joseph Schwab. 2008 wechselte er in die
Klasse von Prof. Michael Sanderling an die Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er sein Studium nach Ablegen
der Diplom – Prüfung im Wintersemester 2012 mit dem Konzertexamen im
Wintersemster 2015 abschloss. Michael war Mitglied der Jungen Deutschen
Philharmonie, Praktikant am Staatstheater Darmstadt, Akademist im
Rundfunk Sinfonieorchester Berlin, als Inhaber eines Gastvertrages
Solocellist im Sinfonieorchester des Staatstheater Giessen und hatte
einen Zeitvertrag beim MDR – Sinfonieorchester in Leipzig inne. Er ist
zweimaliger erster Preisträger des Wettbewerbs „HMT Interdisziplinär“
der HMT Rostock, sowie Preisträger des Wettbewerbs der „Peter
Pirazzi“-Stiftung und nahm an Meisterkursen von Gustaf Rivinius,
Wen-Sinn Yang, dem Tokio String Quartet, dem Mandelring Quartett, dem
Verdi Quartett und Gerhard Schulz teil.
Das Programm
Joseph Haydn
(1732 - 1809)
Streichquartett op. 33 nr. 5 in G-Dur `Wie geht es
Dir?`
Vivace assai
Largo cantabile
Scherzo (Allegro)
Allegretto – Presto
Dimitri Schostakowitsch
(1906- 1975)
Streichquartett nr. 5 in B-Dur op. 92
Allegro non troppo
Andante
Moderato
- Pause -
Franz Schubert
(1797 - 1828)
Streichquartett a-moll D.804 `Rosamunde`
Allegro ma non troppo
Andante
Menuetto. Allegretto
Allegro moderato
*****
Das Ensemble bedankte sich mit dem
Poco Adagio aus op. 20 Nr. 3 g-moll von Joseph Haydn
Zum Programm
Joseph Haydn gilt als „Vater des
Streichquartetts“ und seine sechs Quartette op. 33 als der Beginn
der Wiener Klassik. Man kann die neue Schreibweise als Versöhnung des
Gelehrten mit dem Galanten begreifen: als Synthese zwischen Melodik und
Kontrapunkt, thematisch-motivischer Arbeit und einer Periodenbildung,
die jedem Motiv eine eindeutige Funktion zuschreibt.
So beginnt der Kopfsatz des G-Dur-Quartetts paradoxerweise mit einer
Kadenzformel, also einem Schlussgedanken. Diese Verkehrung nutzte Haydn
als Bindeglied zwischen allen Teilen der Sonatenform. Der langsame Satz
ist im Stil einer pathetischen Opern-Cavatina geschrieben, wobei die
erste Violine auch die Verzierungen damaliger Opernsänger nachahmt. Im
gesamten Opus 33 hat Haydn die Menuette durch Scherzi ersetzt, hier ein
Stück mit raffinierten Akzentverschiebungen. Das Finale ist eine Forlane,
also ein Tanzsatz.
Nach Stalins Tod, am 5. März 1953 wurde das 5. Streichquartett von
Dimitrij Schostakowitsch uraufgeführt. Der Komponist hatte das dem
russischen „Beethoven-Quartett“ gewidmete Werk im September 1952
begonnen und am 1. November vollendet. In dieser Zeit galten noch fast
alle seine Werke in der Sowjetunion als unerwünscht. Einerseits wurden
der Komponist und seine Werke denunziert und wenig gespielt,
andererseits reiste er häufig ins Ausland, um sein Land zu
repräsentieren, da er bereits Berühmtheit erlangt hatte.
Das dreisätzige Werk wird durch Überleitungen in eine einheitliche
Großform gegossen. Die Komposition ist herber, impulsiver und
sinfonischer als das 4. Quartett, obwohl reich an leisen,
verinnerlichten Tönen. Es soll sich in ihr ein Thema von
Schostakowitschs erfolgreicher Schülerin und Komponistin Galina
Ustwolskaja finden, die er zeitweise, wenn auch erfolglos, umworben
hatte.
Im Jahr 1824 schrieb der 27jährige Franz Schubert seine
Streich-Quartette für das Ensemble des großen Wiener Primarius Ignaz
Schuppanzigh. Schubert wollte sich nach eigenem Bekenntnis mit den drei
im Februar begonnenen Quartetten “den Weg zur großen Symphonie” bahnen.
Diese Äußerung verweist auf den hohen inhaltlichen und formalen
Anspruch, den er mit dem Genre nun verband. In der Tat sind seine drei
letzten Quartette mit ihren orchestralen Klangballungen, ihren
monumentalen Proportionen und ihren extremen Kontrasten
kammermusikalische Gegenstücke zur großen Symphonie. Die Themen aller
vier Sätze suggerieren gleichzeitig das Vertraute und Eingängige des
Liedes in seiner unverstellten Emotionalität.
[Zum Programmblatt..]
[Zur Rezension..]

webmaster:
dr.weitz@gmail.com
Stand:
13. Dezember 2024.
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