Jülicher Schlosskonzerte©

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Bis auf weiteres finden alle Konzerte nicht in der Schlosskapelle sondern im Pädagogischen Zentrum (PZ) des Gymnasium Zitadelle statt.

Nächstes Konzert am Sonntag, 30. Januar 2022 um 20 Uhr Marimba Quartett

 

 

19. Juni 2021

 

Marmen Quartet

 

Das Konzert wurde vom Juni 2020 hierhin verlegt..

 

 

 Johannes Marmen, 1. Violine

Ricky Gore, 2. Violine 

Sinéad O’Halloran, Violoncello

Bryony Gibson-Cornish, Viola

 

Mit dem Gewinner des BANFF-Wettbewerbs 2019, dem Marmen Quartet aus London, hatten wir letztes Jahr ein Zusatzkonzert für unsere Abonnenten geplant für den 7. Juni 2020. Das Ensemble sollte uns damals entschädigen für die wegen der Corona-Pandemie ausgefallenen Konzerte im letzten Frühjahr. Doch es kam anders, und wir mussten erneut umdisponieren.

Als Gewinner der Bordeaux International String Quartet Competition 2019 tut sich das 2013 am Royal College of Music in London gegründete Marmen Quartet als einer der interessantesten jungen Vertreter der internationalen Kammermusikszene hervor. Das Marmen Quartet wurde mit dem 1. Preis des Internationalen Streichquartettwettbewerbs in Banff 2019 ausgezeichnet (geteilter erster Preis mit dem Viano String Quartet). Außerdem gewann das Quartett die Royal Over-Seas League Competition 2018 und den zweiten Preis sowie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werks (Four Quarters von Thomas Adès) bei der 8. International Joseph Joachim Chamber Music Competition.

Das Marmen Quartet ist das Young Quartet in Residence am Wiltshire Music Centre und erhielt Auszeichnungen der Company/Concordia Foundation, der Hattori Foundation, Help Musicians sowie den Royal Philharmonic Society Albert and Eugenie Frost Prize.

Das in London ansässige Quartett ist derzeitiger Stipendiat der Guildhall School of Music String Quartet Fellowship, wo es bei Simon Rowland-Jones und John Myerscough studiert. Außerdem absolvieren die vier Musiker aktuell ein Aufbaustudium in Kammermusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover bei Oliver Wille.

Das Quartett konzertierte bereits bei diversen großen europäischen Radiosendern wie dem ‘Deutschlandfunk Kultur,’ dem ‘Swedish Radio’ und dem ‘BBC Radio 3’ sowie bei bedeutenden Festivals wie bei den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, dem Kammermusikfest Lockenhaus, dem Edinburgh Festival Fringe, dem North Norfolk Music Festival und dem Lake District Summer Music Festival.

Für die Saison 19/20 erfolgten Einladungen u.a. mit einem Beethoven Zyklus nach Schweden, zu ihrem Debüt in die Berliner Philharmonie, auf eine Kreuzfahrt nach Norwegen, eine Tournee nach Japan sowie zu Oktettkonzerten mit dem Doric String Quartet. Außerdem gastiert das Marmen Quartet 2020 als Teil des 1. Preises des Internationalen Streichquartettwettbewerbs in Banff in zahlreichen Europäischen Städten, u.a. in Amsterdam, Basel, Meran, Nürnberg und Zürich.

Das Ensemble befindet sich auf einer Tournée auf dem Kontinent mit Konzerten in Jülich und u.a. im Boulez Saal, der Berliner Philharmonie, der Alten Oper Frankfurt und dem Lucerne Festival.

Zwei Kostproben auf Youtube:   https://youtu.be/6gmYZeIkvBU und https://youtu.be/1WST6UspwAM

 


 


Das Programm 


Joseph Haydn

(1732 - 1809)

Streichquartett op. 64/5 (1790)

Hob.III:63 "Lerchenquartett"

 

Allegro moderato

Adagio

Menuet-Allegretto

Finale-Vivace


György Ligeti

(1923 - 2006)

Streichquartett Nr. 1 (1956)

- Pause -


Ludwig van Beethoven

(1770 - 1827)

Streichquartett C-Dur op. 59/3

 

Introduzione. Andante con moto - Allegro vivace

Andante con moto quasi Allegretto

Menuetto. Grazioso

Allegro molto

 

 

Die Musiker bedankten sich für den begeisterten Applaus

mit dem Adagio aus Beethovens Quartett op. 64,3

 


Zum Programm

 

Als Joseph Haydn im Dezember 1790 nach London aufbrach, um dort in den Veranstaltungen des Konzertunternehmers Johann Peter Salomon aufzutreten, nahm er seine neu komponierten Streichquartette mit. Besonders das D-Dur-Quartett wurde dort mit größtem Erfolg „unter seiner Leitung […] in den Festino Rooms am Hannover Square aufgeführt“, wie der Londoner Erstdruck vermerkt. Das Londoner Publikum hatte in der jubelnden Melodie der ersten Geige zu Beginn des Kopfsatzes sofort den Ruf der Lerche erkannt. Seitdem heißt das Quartett im angelsächsischen Raum „The Lark“, im Deutschen „Lerchenquartett“, es ist nicht nur seines ersten Satzes wegen eines der meistgespielten des gesamten Quartett-Repertoires.

Der Kopfsatz beginnt mit einem raffinierten Vorspann zum Lerchen-Thema, zarten „Horn-Quinten“ der Mittelstimmen, über denen sich im zweiten Durchgang das schöne Thema der ersten Geige erhebt. Wie der Vogel, der über den Wäldern schwebt, erscheint es zu Beginn der Durchführung.  Die Idylle des Lerchenthemas setzt sich im ruhigen Adagio fort. Das Menuett ist derbe Bauernmusik, mit kurzen Vorschlägen und fast groben Läufen durchsetzt. Im d-Moll-Trio sind ungarische Elemente mit einbezogen. Auch im Presto-Finale bleiben D-Dur und d-Moll die Pole der Entwicklung: Ein rasend schnelles Sechzehntel-Thema in Dur steigert sich zum Perpetuum mobile. Im d-Moll-Mittelteil macht es einer raffinierten fugierten Durchführung Platz. Auch in diesem Satz herrscht positive Grundstimmung.

 

Für das Schuppanzigh-Quartett, das erste bekannte professionelle Ensemble seiner Art, komponierte Ludwig van Beethoven 1806 die drei Quartette seines Opus 59. Sie erschienen zwei Jahre später mit der Widmung an den Grafen Rasumowsky im Druck und werden daher auch Rasumowsky-Quartette genannt. Neu war die fast sinfonische Ausdehnung von Form und Klang. Damit brachte Beethoven die Gattung der intimen Kammermusik in den Konzertsaal. Von Musikern und Publikum wurden diese Werke zunächst nicht verstanden. Erst im Laufe der folgenden Jahrzehnte etablierte sich der Zyklus als prägendes Vorbild, u. a. für Schubert und Mendelssohn.

Das C-Dur-Quartett ist das kürzeste und zugleich komplexeste des Zyklus. Die Einleitung und das Hauptthema des ersten Satzes kann man als Anspielungen auf Mozarts Dissonanzen-Quartett KV 465 verstehen. Ebenso scheint Beethoven zum zweiten Satz  vom langsamen Satz des Mozart-Quartetts in Es-Dur KV 428 angeregt worden zu sein. Der Charakter ist jedoch ein anderer: Beethoven schrieb hier eine Art Ballade im Volkston mit russischen Themen. Der dritte Satz ist kein Scherzo, wie meist bei Beethoven, sondern ein Menuett mit Trio. Der ungemein virtuose vierte Satz kombiniert auf kunstvolle Weise Sonatensatz und Fuge miteinander und erinnert damit an die Finalsätze in Mozarts G-Dur-Quartett KV 387 und seiner  „Jupitersinfonie“ KV 551.  Höhepunkt des gesamten Werkes ist die zweimalige Klimax auf einem strahlenden C-Dur-Dreiklang, der von der leeren C-Saite des Cellos bis zum viergestrichenen C in der ersten Violine reicht.

 

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Stand: 23. September 2021.