Jülicher Schlosskonzerte©

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Wegen der Pandemie finden bis auf weiteres alle Konzerte nicht in der Schlosskapelle sondern im Pädagogischen Zentrum (PZ) des Gymnasium Zitadelle statt.

Nächstes Konzert am 31. Oktober mit dem Weimarer Bläserquintett...

 

 

[20. März 2022]

 

Oreade Streichtrio

 

 

 

 

Yukiko Ishibashi, Violine

Ursula Sarntheim, Viola

Christine Hu, Violoncello

 

 

Das trio oreade erregte beim Internationalen Wettbewerb für Streichtrio in München 2012 große Aufmerksamkeit. Es wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet - ein 2. Preis wurde nicht vergeben.

Seither präsentierte es sich an renommierten Kammermusikreihen und gab unter anderem im Mai 2014 sein viel beachtetes Debüt in der Tonhalle Zürich. Es trat bereits bei verschiedenen Festivals auf, wie etwa bei den „klang“ Musiktagen auf Schloss Meggenhorn bei Luzern oder bei den Sommerkonzerten im Stift Melk (Österreich). Im August 2016 gab das trio oreade sein Debüt beim Menuhin Festival in Gstaad.

2014/15 folgten Einladungen u.a. ins Holzhausenschlösschen Frankfurt, La Marotte (Affoltern a. Albis) und zur Schlossmediale Werdenberg, wo das Trio ein neues Werk von Helmut Oehring uraufführte.  Nach dem Gewinn des Kammermusikwettbewerbs der August Pickhart Stiftung im Januar 2014 wurde es für ein Konzert der Reihe der Kammermusikgesellschaft Basel (17.3.15) eingeladen, welches sowohl auf CD als auch auf DVD mitgeschnitten wurde, nun im Handel erhältlich ist und von der Presse hochgelobt wurde.

​Seit Herbst 2017 spielt das Trio auf Instrumenten von Antonio Stradivari- "King George" 1710, "Gibson" 1734 und "De Kermadec Bläss" 1698 - großzügige Leihgaben der Stradivari Stiftung Habisreutinger.

Die drei erfolgreichen, in Zürich und Hamburg lebenden Musikerinnen spielten in verschiedenen Ensembles, bevor sie sich zusammenschlossen, um sich mit Leidenschaft der solistischsten und transparentesten Gattung der Streicher-Kammermusik, dem Streichtrio, zu widmen. Yukiko Ishibashi (Violine) und Ursula Sarnthein (Viola) errangen beim Kiwanis-Kammermusik-Wettbewerb 2001 in Zürich den 1. Preis. Mit der Cellistin Christine Hu hat das Trio 2012 sein heutiges Gesicht bekommen.

Von 2013-2015 arbeitete das trio oreade mit Rainer Schmidt (Hagen Quartett) im Rahmen des Graduate Courses an der Hochschule für Musik Basel. Weitere Impulse kamen von Heinrich Schiff , Thomas Grossenbacher und Giovanni Antonini.

Die drei Musikerinnen beschreiben ihre Zusammenarbeit als bereichernd und begeisternd. Trotz der verschiedenen Kulturen, aus denen sie stammen, sprechen sie eine gemeinsame musikalische Sprache. Es ist dem Trio ein Anliegen, dem Publikum spannende, durchdachte Programme zu präsentieren und Altes mit Neuem in Beziehung zu bringen.

Neben der großartigen Kernliteratur von Mozart bis Schubert führt das Ensemble auch weniger bekannte Streichtrios aus allen Epochen auf. Mit großem Interesse beschäftigt es sich mit der Literatur des 20.Jahrhunderts- so spielte es am Kammermusiktag der Tonhalle Zürich im Juni 2014 Werke von Györgi Kurtàg sowie das Streichtrio op. 45 von Arnold Schönberg.

Das trio oreade hat sich zum Ziel gesetzt, mit kompromisslosem Ausdruckswillen die Intention jedes Komponisten zum Klingen zu bringen und die Musik beseelt und lebendig atmend miterlebbar zu machen.

In Jülich war der Auftritt des deutsch-schweizerischen Ensembles schon für den 22. März 2020 vorgesehen. Es war dies das erste Schlosskonzert, das wegen der Pandemie abgesagt in 2020 werden musste...

 


 

Das Programm 


Wolfgang Amadeus Mozart

(1756 - 1791)

Divertimento Es-Dur für Streichtrio KV 563

(1788)

 

1. Allegro

2. Adagio

3. Menuetto. Allegretto - Trio

4. Andante

5. Menuetto. Allegretto - Trio I / II

6. Allegro

 

 

Ernst von Dohnányi

(1877 - 1960)

Serenade C-Dur op. 10

(1902)

 

1. Marcia. Allegro

2. Romanza. Adagio non troppo, quasi andante

3. Scherzo. Vivace

4.Tema con variazioni. Andante con moto

5. Rondo. (Finale.) Allegro vivace

 

 

 

 

 

 


 

Zum Programm

 

Das Divertimento, KV 563, für Streichtrio ist Mozarts längstes Kammermusikwerk. Er komponierte es im August und September 1788, unmittelbar nach der Vollendung der letzten drei Sinfonien, denen es an musikalischem Gehalt nicht nachsteht. 

Das Verhältnis der drei Streichinstrumente zueinander ist völlig ausgewogen Das Ergebnis enthält u.a. zwei der schönsten und anspruchsvollsten Partien für Bratsche und Cello, die jemals geschrieben wurden.

Mozart spielte seine anspruchsvollsten Kammermusiken meist selbst  zusammen mit professionellen Musikern oder virtuosen Laien für einen Kreis hoch gebildeter Zuhörer. Nur so wird verständlich, wie er ein „Divertimento“ in sechs kunstvollen Sätzen von fast 50 Minuten Spieldauer schreiben und aufführen konnte. Im Kreis seiner Wiener Gönner bedeutete der Titel „Divertimento“ durchaus „Unterhaltung֞“ - eine Unterhaltung für Kenner. Gleich der erste Satz verarbeitet – neben zwei wunderschönen gesanglichen Themen – eine kurze kontrapunktische Floskel in komplexer Manier. Das Adagio in As-Dur zählt zu Mozars tiefsten langsamen Sätzen, die Variationen des vierten Satzes zu seinen kompliziertesten – trotz oder gerade wegen des simplen Themas. Umrahmt wird der Satz von zwei sehr gegensätzlichen und langen Menuetten mit Trios. Als Finale dient eines jener selig singenden Rondos im Sechsachteltakt, wie sie Mozart auch in den späten Klavierkonzerten immer wieder geschrieben hat.


Ernst von Dohnányi war einer der vielseitigsten Musiker des 20. Jahrhunderts. 1877 im damals ungarischen Bratislava geboren, gab er schon mit 7 Jahren sein Konzertdebüt als Pianist. Bis zu seinem Tod 1960 wirkte er als  Kompositions- und Theorielehrer in den USA.

Als Komponist blieb Dohnányi zeitlebens dem spätromantischen Stil verpflichtet, den ihm sein Lehrer, der Brahms-Freund Hans Kössler, vermittelt hatte. Seine Musik bildete dadurch einen Gegenpol zum national-ungarischen Stil eines Kodály oder Bartók. Dohnányis Serenade, op. 10, komponiert 1903, ist eines der Hauptwerke der Gattung Streichtrio. In ihrer kompositorischen Meisterschaft ist sie mit den Streichtrios von Mozart und Beethoven zu vergleichen, an denen sie sich auch formal orientiert. Konkrete Vorbilder waren Mozarts Divertimento, KV 563, und Beethovens Serenade, op. 8.

Der 1. Satz ist ein nur scheinbar einfacher Marsch mit gesanglichem Trio. Der Höhepunkt der satztechnischen Meisterschaft wird im Scherzo erreicht. Es beruht auf einer Synthese aus rhythmischem Elan, konzertantem Stil und Kontrapunkt, wie man sie häufig bei Mendelssohn findet. Der Hauptteil ist eine chromatische Fuge in d-Moll im Rhythmus einer Gigue.  Schon während des Trios tritt das Scherzothema wieder auf.

Der Variationensatz offenbart einen weiteren Kunstgriff: Sein chromatisch absteigendes Thema entspricht dem Trio des Marsches und zeigt Ähnlichkeiten zum Scherzothema.

Der naive Ton der folgenden Romanze, die von der Bratsche über synkopischer Begleitung angestimmt wird, verkehrt sich im Mittelteil in ein leidenschaftliches Appassionato von Violine und Cello.

Nach einem Rondo über Haydnsche Themen voller kontrapunktischer und harmonischer Pointen kehren der einleitende Marsch und sein Trio wieder.

 

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Stand: 03. Februar 2021.